Transcribed Shorthand

Versammlungsprotokoll, 25. Januar 1935 (Meeting Transcript, January 25, 1935)

EA 35/31

Additional Information
Author Eberhard Arnold
Date January 25, 1935
Document Id 0000000127_22_S
Available Transcriptions English German

Meeting Transcript, January 25, 1935

[Arnold, Eberhard and Emmy papers – T.S.H.]

[Draft Translation by Bruderhof Historical Archive]

EA 35/31

Respect for the Government

(Fragment)

January 24 or 25, 1935

What does Jesus tell us: You are one body; you are of one spirit, and this spirit is love; that is why you do not avenge yourselves; that is why your only weapons are the weapons of light and love. You live in the dominion of a "Roman" world power. Show your love to those who represent the government. You are not to take revenge but to meet the authorities with love.

Then, too, pray for the government [1.Tim. 2:1-2]. It is utterly different from the Body of Christ, but it too serves God, though in a completely different sphere. The authorities are necessary; crime could not be kept under any kind of control without them. So you should recognize governmental authority but not become part of it. You are members of Christ, and Christ specifically rejected becoming a ruler. When they wanted to make him a king, he escaped [John 6:15]. And when the tempter came to him and said, "Here, I will give you all the kingdoms of the world," he refused [Matt.4:8-10]. But he treated the authorities with respect.

Whoever is a member of Christ's Body . . . . And toward the government: In all things act in love. Government is a historic necessity.

We are not children of vengeance but children of love. Therefore we should show the authorities nothing but love, and there is no such thing as love without respect. In history there is wrath. Our place is not under the hand of wrath but in the heart of his love.

. . . This is what we say: If two people have different tasks, what they do will be different. The task of the government is completely different from that of a Christian. Whoever takes on the task of a Christian cannot do what the government does. Whoever takes on a government task cannot do what Christ does, otherwise Jesus would have been a Roman emperor or a leader of the people of Israel. Yet this is just what he refused to be when the devil tempted him.

These are two completely different callings, which cannot be mixed or commingled. Thus if you take upon yourself a government calling [meaning: if you give your allegiance to the government], then be a soldier. But do not say you are following Christ. Or if you follow the call of Christ, you cannot "follow" the government and become a soldier. These are two different callings.

Versammlungsprotokoll, 25. Januar 1935

[Arnold, Eberhard and Emmy papers – T.S.H.]

EA 35/31

24. oder 25. Januar, 1935

Fragment: Ehrfurcht vor der Obrigkeit

......Was will er damit sagen: Ihr seid ein Leib, ihr seid von einem Geist und dieser Geist ist die Liebe. Deshalb rächt ihr nicht euch selbst; deshalb habt ihr keine anderen Waffen als die Waffen des Lichtes und der Liebe. Nun steht ihr in einem römischen Weltreich. Beweist eure Liebe auch der Obrigkeit gegenüber. Ihr rächt euch nicht, aber ihr begegnet ihr mit der Liebe. Sorgt nur dafür, dass ihr nicht etwas tut, (wörtlich: wofür ihr Böses getan habt ???) Im übrigen betet für die Obrigkeit; sie ist etwas ganz anderes als der Leib Christi, aber sie sind in ihrer Art auch Diener Gottes auf einem ganz t anderen Terrain. Sie sind notwendig, weil das Verbrechen ohne sie gar nicht gebändigt werden könnte. Deshalb erkennt ihr sie an aber ihr seid selbst nicht Obrigkeit. Ihr selbst dagegen seid Glieder an Christus und Christus hat gerade abgelehnt, dass er Obrigkeit werden sollte; als sie ihn zum König machen wollten, ist er davon gelaufen. Und als der Versucher zu ihm kam und sagte: "Hier, ich will dir alle Reiche der Welt geben", hat er abgelehnt. Aber er ist ehrfurchtsvoll gegen die Obrigkeit.

Wer Glied am Leib Christi ist ....

Und der Obrigkeit gegenüber: Handelt in allem in der Liebe. Die Obrigkeit ist geschichtlich notwendig.

Wir sind nicht Kinder der Rache, sondern Kinder der Liebe. Deshalb haben wir der Obrigkeit nichts zu erweisen als Liebe. Und Liebe ohne Ehrfurcht gibt es nicht. In der Geschichte: sein Zorn. Wir gehören nicht in die Hand seines Zornes, sondern in das Herz seiner Liebe.

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Wir sagen folgendes: Wenn zwei nicht denselben Auftrag haben, können sie auch nicht dasselbe tun. Der Auftrag der Obrigkeit ist ein ganz anderer als der des Christen. Wer den Auftrag des Christen auf sich nimmt, kann nicht das tun, was die Obrigkeit tut. Wer den Auftrag der Obrigkeit auf sich nimmt, kann nicht das tun, was Christus tut. Sonst hätte Jesus römischer Kaiser sein müssen, oder ein Führer des Volkes Israel. Das aber hat er gerade abgelehnt, als der Versucher zu ihm kam.

..... zwei ganz verschiedene Berufungen, die sich nicht miteinander vermischen lassen. Entweder nimmst du den Beruf der Obrigkeit auf dich, dann werde Soldat. Dann sage aber nicht, dass du der Berufung Christi gefolgt bist. Oder aber du folgst dem Ruf Christi, dann kannst du nicht den Beruf der Obrigkeit und des Soldaten annehmen. Das sind zwei verschiedene Berufe.

(Stenogramm abgebrochen)